Jobs und Karriere in Deutschland

29.05.2017

Initiative Chefsache: Mehr Flexibilität für Führungskräfte

Das BIP könnte bis 2025 um 422 Milliarden Euro (+12%) gegenüber den Basisprognosen steigen, wenn Frauen gleichberechtigt am Erwerbsleben teilnähmen. Denn: Sie tragen in Deutschland weiterhin nur 38% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Initiative Chefsache ist ein Zusammenschluss von 21 Organisationen aus Wirtschaft, öffentlichem Sektor, Wissenschaft und Medien. Die Jahresversammlung der Initiative fand am 29. Mai in Berlin statt. Das Thema: „Führung 4.0: Erfolg durch Chancengerechtigkeit". Zu den zahlreichenden teilnehmenden Entscheidern gehörte auch Gründungsmitglied Bosch. In einer aktuellen Studie zeigt die Initiative, dass der Aufholbedarf in Führungspositionen besonders groß ist – nur 12% werden von Frauen besetzt. Zwar steigt die weibliche Erwerbsquote insgesamt, doch die Chefetage hat dieser Trend noch nicht erreicht. Hier sollen flexible Arbeitsmodelle weiterhelfen: „Präsenzkultur und Vollzeiteinsatz sind in deutschen Führungsetagen noch immer gang und gäbe, auch wenn sie heute nicht mehr der heutigen Lebensrealität vor allem weiblicher Führungskräfte entsprechen“, so Bernhard Beck, Personalvorstand des Energieversorgers EnBW. Bosch geht mit gutem Beispiel voran: Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil von Frauen in Führungspositionen auf 20 Prozent steigen – in einigen Länder ist das Ziel bereits übertroffen. Als Teil der Initiative Chefsache will Bosch seine Erfahrungen einbringen und sich für einen ganzheitlichen Ansatz in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft engagieren.

Nicht nur klassische Teilzeit

Im aktuellen Report legt die Initiative Chefsache 21 praxisnahe Instrumente vor, die dabei helfen einen Kulturwandel hin zu flexiblen Arbeitsformen zu erreichen. Dabei geht es nicht nur um die klassische Teilzeit: Der Fokus liegt auf den Modellen „reduzierte Vollzeit“, „mobiles Arbeiten“ und „Jobsharing“. „Flexibles Arbeiten und Führungspositionen schließen sich nicht aus. Organisationen müssen erkennen, dass flexible Arbeitsmodelle wirtschaftlich sinnvoll undgesellschaftlich notwendig sind", so Cornelius Baur, Deutschlandchef der Unternehmensberatung McKinsey. Auch wichtig: die Entwicklung weg von einer Präsenzkultur hin zu einer Ergebniskultur innerhalb der Organisation, in der lediglich das Geleistete bewertet wird.

https://initiative-chefsache.de